Forschung


Die Forscherinnen und Forscher des Instituts für Soziale Ökologie bemühen sich, die Interaktion zwischen sozialen und natürlichen Systemen als deren Koevolution theoretisch und methodisch fundiert zu beschreiben.

Den Kern einer sozial-ökologischen Theorie bilden die Konzepte "Gesellschaftlicher Metabolismus" und "Kolonisierung natürlicher Systeme." Darin verbinden sich Vorstellungen aus den verschiedensten Wissenschaftstraditionen - Biologie, Soziologie, Ökonomie, Technik, Geschichte, Geografie und Kulturanthropologie - zu einer kohärenten Sichtweise der Gesellschaft-Natur-Beziehung.

Diese Sichtweise bringen die Forscherinnen und Forscher des Instituts für Soziale Ökologie ein bei der konzeptuellen wie praktischen Entwicklung von Informationssystemen für die Umweltfolgen menschlichen Handelns ("pressures upon the environment"), und sie leitet unsere Forschung zu ökologischen und sozio-ökonomischen Aspekten nachhaltiger Entwicklung im lokalen, nationalen und globalen Maßstab.

Das Methodenspektrum erstreckt sich von Material- und Energieflussanalysen (MFA und EFA) und auf GIS und Fernerkundung basierten Verfahren über systemische Akteurs- und Organisationsanalysen bis zur Arbeit mit historischen Quellen. Zunehmend werden auch Modellierungsverfahren zur Datensimulation, zur synthetischen Präsentation von Ergebnissen und als Grundlage für Szenarios benutzt. Ermöglicht wird dies durch eine stabile interdisziplinäre Kooperationskultur und intensive Teamarbeit.

Themenfelder

Neueste SCI Publikationen

Neueste Projekte

Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2016-04-01 - 2016-11-30

Zusammen mit dem WWF, dem Auftraggeber dieser Studie, wurden in diesem Projekt Einsichten und Resultate aus zwei Vorgängerprojekten in einem Buch für eine breite Öffentlichkeit aufgearbeitet und dargestellt. Ausgehend von einer flächendeckenden Analyse der Wildnistauglichkeit für das gesamte österreichische Bundesgebiet wurden 39 sehr naturnahe Gebiete, die größer als 1000 Hektar sind, identifiziert. Die räumlich explizite Abschätzung des Wildnispotenzials Österreichs erfolgte in Anlehnung an das Wildnis-Kontinuum-Konzept, bei dem jeder Lokalität ein quantitativer Wildnis-Qualitätswert zugeordnet, der auf einer Skala (z. B. zwischen den Werten 0 und 1) die Zugehörigkeit zu „Wildnis“ wiedergibt. Neben grundsätzlichen Überlegungen der Wertigkeit und Wichtigkeit des Thema Wildnis im Kontext einer vom Menschen überformten Landschaft wie sie in Österreich anzutreffen ist, werden die 39 Gebiete individuell vorgestellt und ihre Besonderheiten dargestellt.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2018-05-01 - 2021-04-30

As cities across the globe confront rapid change, they face common metabolic challenges to provide food, water and energy (FWE) supplies and to ensure healthy, socially balanced and economically productive communities. In this context, governments, utilities, developers, investors and other decision-makers need tools to identify, quantify and visualize cross-sectoral and cross-media impacts to FWE systems from various decisions – from urban development strategies to CO2 mitigation/-adaptation plans to FWE infrastructure investments. The proposed IN-SOURCE project will develop a shared urban data and modeling framework to help cities analyze and characterize FWE systems and nexus interrelationships. Shaped by urban stakeholder requirements, this framework will utilize a common urban 3D data model applicable to regions and cities in Europe and the United States. The IN-SOURCE modeling framework will: (a) simulate impacts of land use, climate change and decentralization of FWE supply infrastructure in cities with different densities and under multiple constraints in order to ensure adequate energy, water and food distribution and storage capacity; (b) configure alternative urban and regional scenarios toward integrated carbon neutral and sustainable infrastructure, based upon decentralized and increasingly autonomous FWE supply; and (c) analyze scalability and transferability of prototype solutions to other cities.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2018-03-01 - 2021-02-28

Weltweit leben heute bereits 50% der Menschen in Städten und der Anteil wird weiter wachsen. Städte sind Zentren des Ressourcenverbrauchs und greifen für die Aufrechterhaltung ihres Stoffwechsels auf ein wachsendes und zunehmend globales Hinterland zurück. Urbaner Konsum hat daher massiven Einfluss auf Umwelt und Biodiversität im unmittelbaren Hinterland aber auch in entfernten Regionen. Strategien nachhaltiger (Stadt-) Entwicklung müssen diese Stadt-Hinterland Beziehungen in den Blick nehmen. Dieses Projekt leistet dazu einen Beitrag und untersucht den Biodiversitäts-Fußabdruck der Stadt Wien. Es fokussiert auf die Nutzung von biogenen Ressourcen in der Stadt, von Nahrung über Brennholz bis zu Bauholz oder Papier. Es entwickelt Methoden und Modelle, die eine Verknüpfung von urbanem Biomasseverbrauch mit Landnutzung und Biodiversität im Hinterland ermöglichen und die globalen räumlichen Muster des Biodiversitäts-Fußabdrucks der Stadt abbilden können. Auf dieser Grundlage werden Verbesserungspotentiale identifiziert, mit relevanten Akteuren aus Politik und Wirtschaft diskutiert und Optionen für eine Reduktion der globalen Biodiversitäts-Auswirkungen der Stadt entwickelt.