Forschung


Die Forscherinnen und Forscher des Instituts für Soziale Ökologie bemühen sich, die Interaktion zwischen sozialen und natürlichen Systemen als deren Koevolution theoretisch und methodisch fundiert zu beschreiben.

Den Kern einer sozial-ökologischen Theorie bilden die Konzepte "Gesellschaftlicher Metabolismus" und "Kolonisierung natürlicher Systeme." Darin verbinden sich Vorstellungen aus den verschiedensten Wissenschaftstraditionen - Biologie, Soziologie, Ökonomie, Technik, Geschichte, Geografie und Kulturanthropologie - zu einer kohärenten Sichtweise der Gesellschaft-Natur-Beziehung.

Diese Sichtweise bringen die Forscherinnen und Forscher des Instituts für Soziale Ökologie ein bei der konzeptuellen wie praktischen Entwicklung von Informationssystemen für die Umweltfolgen menschlichen Handelns ("pressures upon the environment"), und sie leitet unsere Forschung zu ökologischen und sozio-ökonomischen Aspekten nachhaltiger Entwicklung im lokalen, nationalen und globalen Maßstab.

Das Methodenspektrum erstreckt sich von Material- und Energieflussanalysen (MFA und EFA) und auf GIS und Fernerkundung basierten Verfahren über systemische Akteurs- und Organisationsanalysen bis zur Arbeit mit historischen Quellen. Zunehmend werden auch Modellierungsverfahren zur Datensimulation, zur synthetischen Präsentation von Ergebnissen und als Grundlage für Szenarios benutzt. Ermöglicht wird dies durch eine stabile interdisziplinäre Kooperationskultur und intensive Teamarbeit.

Themenfelder

Neueste SCI Publikationen

Neueste Projekte

Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2018-04-01 - 2021-03-31

Das Verbundprojekt analysiert und entwickelt Governance-Optionen für eine klimaresiliente und nachhaltige Gestaltung regionaler Energietransformationen. Der Transformationstreiber für die Untersuchungsregion ist die geplante Integration nicht genutzter Biomasse und industrieller Abwärme in lokale Energiekreisläufe. Im Abfall-­ und Energiemanagement kommunaler und privater Akteure fallen Nebenprodukte an, deren Nutzung für eine dezentrale Energiewende Optimierungspotenzial hat. Das Verbundprojekt entwickelt Entscheidungshilfen, um diese Energiepotenziale ökologisch und ökonomisch nachhaltig für die Nahwärme-­ und Stromversorgung einsetzen zu können. Hierbei erfolgt eine umfassende Berücksichtigung gesellschaftlicher, ökologischer, ökonomischer, organisatorischer, regulatorischer und technischer Aspekte. Die angestrebte Energiewendeinnovation des Verbundvorhabens zielt zusätzlich auf die Biomasseproduktion an Standorten, die nicht oder nur eingeschränkt für den Anbau von Lebens-­ bzw. Futtermitteln geeignet sind. Für diese Potenzialanalyse sind vielfältige Faktoren der Integration unterschiedlicher Materialien und deren saisonale Bereitstellung zu untersuchen. Anschließend an die Forschungsphase wird eine Umsetzungsphase angestrebt, in der das Potenzial-­ und Handlungswissen für lokale Energietransformationen angewandt werden soll.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2018-06-27 - 2019-09-26

Im Rahmen der Materialflussanalyse fokussieren wissenschaftliche Arbeiten derzeit auf die Berechnung des konsumbasierten Materialverbrauchs basierend auf den Rohmaterialäquivalenten (oder vorgelagerten Materialflüssen) von Importen und Exporten. Die Methodenentwicklung ist schon weit fortgeschritten und viele empirische Arbeiten zum Rohmaterialverbrauch oder Material Footprint wurden in den letzten Jahren veröffentlicht. Für Österreich hat das Institut für Soziale Ökologie ein hybrides Input-Output (IO) Modell kombiniert mit LCA Koeffizienten für die Jahre 1995-2015 entwickelt. Die Ergebnisse wurden mit jenen aus multi-regionalen IO Modellen (MRIO) und aus dem Eurostat RME tool verglichen, die treibenden Kräfte analysiert (Dekompositionsanalyse), und in eine Reihe von konzeptuellen Arbeiten die Auswirkungen monetärer IO Tabellen auf die Berechnung physischer Indikatoren untersucht. Im aktuellen Projekt ÖRME9 wird der Rohmaterialverbrauch nun entlang der Nachfragekategorien genauer untersucht, die Evaluation der Ressourcenproduktivitätsindikatoren weiter vorangetrieben, und in einer Kooperation mit Statistik Austria die Umsetzung der MFA- inklusive der RME-Berechnung diskutiert und evaluiert.
Forschungsprojekt aus §26 oder §27 Mitteln
Laufzeit : 2018-06-27 - 2020-02-26

Das International Ressourcen Panel des Umweltprogrammes der Vereinten Nationen ist der bedeutendste global Wissenschaftsbeirat im Themenbereich Wirtschaft, Umwelt und Klima. Das IRP bestehet aus 40 Wissenschaftlern von eminenten Wissenschaftseinrichtungen und einer Steuerungsgruppe die von Umweltministerien beschickt wird. Das IRP hat zwei reguläre Treffen pro Jahr an dem die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse diskutiert und auf ihre Politik Relevanz geprüft werden. Das IRP erstellt Expertenberichte und Politikempfehlungen auf der Basis von Expertenwissen, Analysen, Präsentationen und Hintergrunddokumenten die für diese mehrtägigen Sitzungen vorbereitet werden. Das IRP wurde am 9. November 2007 gegründet und seit der Gründung ist das Institut für Soziale Ökologie mit Univ.Prof. Marina Fischer-Kowalski als österreichische Expertin im IRP vertreten. 2011 wurde der von Marina Fischer-Kowalski und Mark Swilling erstautorierte Report “Decoupling natural resource use and environmental impacts from economic growth” veröffentlicht. In den folgenden Jahren wurden zwei weitere Publikationen unter der co-Leitung von Marina Fischer-Kowalski erarbeitet: „International Trade in Resources: A biophysical assessment“ (2015) und der Report „Global Material Flows and Resource Productivity“ (2016). Gleichzeitig wurde ein globaler MFA Datensatz für die Jahre 1970-2010 erstellt, der online unter http://www.resourcepanel.org/global-material-flows-database zugänglich ist. Im Zeitraum 2018-2020 werden folgende Schwerpunkte gesetzt, jeweils in Abstimmung mit dem Arbeitsprogramm des IRP: • Weiterentwicklung der global MFA database • Kreislaufwirtschaft • Szenarien und Modellierung des Zusammenhanges von Wirtschaftswachstum, Ressourcennutzug und Klimawandel • Cross Cutting Issues im Kontext der SDGs