Im Rahmen des Forschungsprojekts TransWind wurden jene Kriterien untersucht, die zu einer Akzeptanz oder Ablehnung von Windkraftanlagen führen.

Im Mittelpunkt des theoretischen Projektansatzes stand das Konzept der sozialen Akzeptanz (siehe Abb. 1 Wüstenhagen et al. 2007), welches sozio-politische, ökologische, rechtliche, technische und ökonomische Faktoren auf unterschiedlichen  Ebenen subsumiert. Die soziale Akzeptanz kann sich im Zeitverlauf sowohl positiv als auch negativ verändern und ist abhängig von einem komplexen Zusammenspiel individueller Präferenzen und gesellschaftlicher Wertvorstellungen. Die Akzeptanzforschung beschäftigt sich daher mit der Identifikation von Gründen zur Annahme (Akzeptanz) und Ablehnung (Nicht-Akzeptanz) der Windkrafttechnik. Darüber hinaus werden im Bereich des Akzeptanzmanagements Handlungen und Vorgehensweise identifiziert, die die Anerkennung (Legitimität) der Prozesse und getroffenen Entscheidungen bei Windparkprojekten erhöhen.

Um die soziale Akzeptanz der Windenergie in Österreich zu beobachten und Aussagen über Verbesserungsmöglichkeiten im Umgang mit der Planung und Errichtung von Windkraftprojekten zu treffen, wurden folgende Methoden im Projekt TransWind angewandt (siehe Abb. 2): Auf einer nationalen Ebene wurde mit Schlüsselakteuren in einer eigens dafür gebildeten Referenzgruppe kooperiert. Die Mitglieder dieser 27 Organisationen umfassenden Referenzgruppe nahmen an ExpertInneninterviews, einer Gruppendiskussion und drei partizipativen Workshops teil. Diese qualitativen Methoden wurden ergänzt durch einen Fragebogen zu den Flächenpotentialen und einer partizipativen Modellierung potentieller Windkraftstandorte in Österreich, mit dessen Hilfe ein ökonomisches Windenergiepotential und Stromgestehungskosten berechnet werden konnten. Auf lokaler Ebene wurden im Rahmen von insgesamt sechs Fallstudiengemeinden vier Visualisierungsparcours, acht Interviews und acht Fokusgruppen mit 32 BürgerInnen und 34 lokalen EntscheidungsträgerInnen organisiert.

Quellenverweis: Wüstenhagen, Rolf, Maarten Wolsink, and Mary Jean Bürer. 2007. Social acceptance of renewable energy innovation: An introduction to the concept. Energy Policy 35 (5): 2683-2691.

Leitfaden zum Umgang mit der sozialen Akzeptanz von Windkraftanlagen

Die zentralen Ergebnisse und Empfehlungen aus dem Projekt TransWind wurden in einem Leitfaden zusammen gefasst. Dieser wurde in einem Konsultationsprozess gemeinsam mit den Mitgliedern der Stakeholdergruppe erstellt und basiert auf folgendem zentralen Grundsatz:

Bei der Planung und Errichtung von Windkraftanlagen kommt es stets zu einem Austausch- und Verhandlungsprozess zwischen unterschiedlichen Perspektiven, Anschauungen und Wertvorstellungen. Grundsätzlich müssen daher alle Interessierten und Betroffenen in die Entscheidungsprozesse mit eingebunden werden.

Im "Leitfaden zum Umgang mit der sozialen Akzeptanz von Windkraftanlagen" finden Sie Ergebnisse und Empfehlungen auf vier verschiedenen Ebenen:

  1. sozio-politische Akzeptanz
  2. lokale Akzeptanz
  3. Marktakzeptanz
  4. Verfahrens- und Verteilungsgerechtigkeit

 "Leitfaden zum Umgang mit der sozialen Akzeptanz von Windkraftanlagen" (PDF)

Zitiervorschlag: Scherhaufer, Patrick; Höltinger, Stefan; Salak, Boris; Schauppenlehner, Thomas; Schmidt, Johannes (2016): Leitfaden zum Umgang mit der sozialen Akzeptanz von Windkraftanlagen, Universität für Bodenkultur, Wien, www.transwind.boku.ac.at.